Eine Verbindungsstraße die es in sich hat!

Mittlerweile sind wir wieder in Tsetserleg, heute über Tag waren wir an den heißen Quellen von Tsenkehr!

Die letzten Tage waren abwechslungsreich und wir genossen die Landschaft. Der gemeinsame Abend mit den Motorradfahrern und Fahrerinnen war klasse! Wir erzählten viel über die Erlebnisse der Reise. Es gab ein leckeres Abendessen mit einem klasse Nachtisch! So saßen wir in geselliger Runde bis in die späten Abendstunden. Mit strahlendem Sonnenschein begann der nächste Morgen. Nach einer Runde Kaffee und einem kleinen Frühstück, reparierten wir gemeinsam noch den Gepäckträger von Elisabeths Motorrad. Danach trennten sich erst einmal unsere Wege, da sie noch in die Stadt müssen um ein paar Teile schweißen zu lassen. Es kann aber gut sein, dass wir uns noch mal treffen. Die Kolumbianer mit den moderneren Maschinen fahren weiter mit den anderen und warten auf sie.


Für uns war das nächste Ziel Bayankhongor zu erreichen. Nach 1 ½ Tagen war es geschafft. Die Pisten waren diesmal nicht ganz so schlimm, es ging hauptsächlich durch Steinwüste und Steppe. Immer wieder gab es Schlüsselstellen wo man wirklich nur im ersten Gang und Standgas durchfahren konnte. Dann gab es Passagen wo man mal 70km/h fahren konnte. Doch dort gab es immer wieder mal tiefe Querrillen, sieht man die zu spät, muss man dem Fahrwerk vertrauen. Deshalb ist immer volle Konzentration bei der Streckenwahl angesagt! Tja und wenn es dann so rauf und runter geht, sieht man in der Ferne die ganzen Fahrspuren es sind teilweise bis zu 15 oder mehr Fahrspuren nebeneinander. Da hat man dann die Qual der Wahl, aber welche ist die beste?!?

Naja Top sind sie irgendwie alle nicht!

Nachdem wir Bayankhongor hinter uns gelassen haben, kamen wir in ein hochgelegenes Tal. Die Wiesen waren saftig grün, Pferde und Kühe liefen um her. Die weißen Jurten standen in unregelmäßigen Abständen im Tal verteilt. Durch das ebene Tal schlängelte sich ein Fluss, der sich häufig teilte und sich seinen Weg suchte. Durch das Tal führt die Verbindungsstraße zwischen Bayankhongor und Tsetserleg, die Strecke ist genauso lang wie Nordhorn und Köln. Die Strecke fahre ich ja recht häufig und ist in der Regel nach 2 Stunden erledigt, doch in der Mongolei ist alles anders! Für die 190km haben wir knappe 1 ½ Tage gebraucht. Hier kommen einem auch nur geländegängige Fahrzeuge entgegen und das auch nur selten. Immerhin gab es 7 Brücken, die teils abenteuerlich waren.


Die anderen 60 Mal mussten wir dann durch den Fluss! Nach einiger Zeit wurden die Flussdurchfahrten zur Routine. Teils waren die Flüsse so tief, dass das Wasser über die Motorhaube schwappte. Wer hier lang fährt sollte zumindest eine erhöhte Luftansaugung haben! Hier schlagen die Offroaderherzen höher


Es war definitiv eine der schönsten Strecken unserer Reise, aber auch einer der anspruchsvollsten! Entlang an großen Pferdeherden mit bis zu 80 Tieren und vielen Fohlen, die teils noch recht wackelig auf dein Beinen waren. Die Piste ging auf und ab, mal wurde es schräg und mal wieder so steil, dass man nur Himmel sah. Unter der Grasnarbe war Kiesboden, mit teils sehr scharfkantigen Kieselsteinen. So musste man immer aufpassen welche Spur man wählt, damit die Reifen keinen Schaden nahmen. Die ausgefahrenen Spuren waren meist sehr holprig und man fuhr meistens nicht über 25km/h. So konnte man die wunderschöne Landschaft genießen. Auf knapp 2600m Höhe kamen wir an einer Jurte vorbei, wo ein kleines Mädchen stand. Sie schaute neugierig zu unseren Autos, wir hielten an. Ich schenkte ihr Buntstifte und Papier zum malen, sie war sichtlich begeistert über dieses Geschenk! Klasse, wie einfach man hier zu Lande Kinder glücklich machen kann. Nach einer Besichtigung der Jurte ging es weiter.


Mittlerweile ging es wieder bergab und der Weg wurde teilweise zum Bach. Einmal hat der Bach jedoch die Straße weggespült. Zwar nur zur Hälfte, aber man konnte die Stelle nicht umfahren. Auch einen anderen Weg gab es nicht. So mussten wir eine Weile Steine schleppen um die Ausspülung wieder zu füllen. Auch die Stelle konnte so problemlos gemeistert werden.


Angekommen in Tsetserleg, suchten wir uns etwas außerhalb einen netten Stellplatz am Fluss. In den Städten sieht man die krassen Gegensätze der Mongolei. Auf der einen Seite leben die Leute noch viel in ihren Jurten, selbst in der Stadt und auf der anderen Seite werden in der Stadt Hybrid Fahrzeuge gefahren und die Straßenlaternen sind mit LED ausgestattet. Manchmal passt es nicht so ganz zusammen. Wobei das Hybrid Fahrzeug, als auch das Pferd beide umweltfreundlich sind .

Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück zu den heißen Quellen. Auch dort hin führt nur eine Piste, nach knappen 25km sind wir am Ziel. Eine Flussdurchfahrt am Morgen hatte es in sich! Es war so tief das ein wenig Wasser in mein Auto und in die Kabine lief! So mussten wir vor der Weiterfahrt erst noch das Auto ein wenig trocken legen. Stefan nahm dann an einer anderen Stelle weiter Fluss talwärts die Durchfahrt.


An den heißen Quellen merkt man den Tourismus, man kann hier in Jurten übernachten oder in kleinen Holzhütten. Zu jedem Areal führt oberirdisch eine große Wasserleitung, die auf mongolische Art und Weise professionell verlegt wurde

An der Quelle sieht man den Wasserdampf aufsteigen! Kein Wunder, das Wasser kommt hier mit ca. 85°C aus der Erde! Wir fuhren zu einem der Areale, dort haben wir erst einmal etwas zu Mittag gegessen. Dort merkten wir dann, dass wir seit über einer Woche in der falschen Zeit leben. Die Uhr zeigte dort schon eine Stunde später an, auf Nachfrage ob sie richtig geht, stand fest auf die Handytechnik ist auch nicht Verlass! Aber wir haben es ja überlebt nach dem leckeren Essen ging es in den Pool, es war wirklich heiß! Dabei konnte man das Panorama genießen, wirklich genial!


Nach dem Bad, ging es in die Dusche! Wir waren es ja gewöhnt, das es nicht immer warmes Wasser gibt, aber das es kein kaltes gibt war schon witzig. Anschließend tranken wir noch etwas im Restaurant und machten uns dann wieder auf den Weg nach Tsetserleg.

Von Tsetserleg aus geht es nun weiter zu dem berühmten Kloster Erdene Zuu und anschließend weiter nach Ulan Bator.




Bis dann  Stefan & Hanjo

14.6.15 14:54

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lülle (14.6.15 16:29)
Bei den Wasserbildern: weiterhin Mast und Schottbruch..
Wieder toll zu lesen...
Grüsse aus Edemissen...


(14.6.15 17:57)
......und immer eine hand breit wasser unterm kiel (differential).......

gruss siggi


(14.6.15 17:59)
Gute Weiterfahrt ihr "Waschbären"!!!


Ilka (14.6.15 18:43)
Hallo ihr Zwei.

Das sieht ja recht "entspannt" aus, euer Dampfbad!

Auch die "Waschbilder" eurer Autos - einfach klasse!


Weiterhin eine gute Weiterfahrt und vielen Dank für eure tollen Bilder und den schönen und interessanten Reisebericht!!!

Lieben Gruß aus Hamburg.
Ilka


Arno (14.6.15 18:55)
Hallo ihr 2,wir lesen natürlich auch immer sofort die neuen
Beiträge. Total genial, viel Spaß weiterhin.
Gruß Arno+

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